MARACUJÁ, die Passionsfrucht

Die MARACUJÁ ist eine Art der Passionsfrucht. Mehrere hundert Sorten gibt es, die MARACUJÁ ist die bekannteste. Sie besitzt ein großes Kerngehäuse, das neben zahllosen Kernen eine weiße bis gelbliche, geleeartige Masse enthält. Die Passionsfrucht schmeckt aromatisch und erfrischend süß-säuerlich.

Die leidenschaftliche Exotik der MARACUJÁ verzaubert viele Rezepte auf dem Teller und im Glas in kleine Meisterwerke, ob die knusprige Ente, den sündigen Crème Brûlée, den verführerischen Creme-Baisers oder den raffinierten CACHAÇA-Cocktail.

Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren. Früchte der Gattung nennt man je nach Art MARACUJÁ oder Grenadillen (auch Granadillen). Sie sind eiförmig, haben eine lederartige Haut und enthalten innen einen oft bitter bis süßlich oder auch extrem sauer schmeckendes geleeartiges Fruchtfleisch mit vielen essbaren Kernen (ähnlich wie Granatäpfel). Sie enthalten viel Vitamin C. Die Früchte unterscheiden sich teils sehr in Größe, Farbe und Geschmack.

Die zur Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae) gehörende MARACUJÁ ist eine kräftige Liane, deren Stämme pro Jahr bis zu 5 m wachsen und eine Länge bis zu 80 m erreichen können; sie werden in weinähnlichen Kulturen angebaut. Die immergrünen, fein gezahnten, dreilappigen, 7 – 20 cm großen Blätter sind oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits stumpf grünlich gefärbt. Aus den einzeln stehenden, wohlriechenden, 5 – 8 cm großen, an der Basis meist purpurroten und an den Spitzen meist weißen Blüten entwickeln sich die runden bis eiförmigen, 6 – 12 cm großen Früchte mit ihrer typisch glatten, wachsbehafteten, lederartigen, hellgrünen und mit zunehmender Reife gelblichen Schale.

Die Früchte enthalten — wie alle Passionsfrüchte — etwa 250 kleine, dunkelbraune bis schwarze, angenehm knusprig schmeckende Samen eingebettet in geleeartige, gelbe bis orange, fleischigen Saft enthaltende Samenbeutel. Sie weist einen sehr aromatischen, angenehm süß-säuerlichen Geschmack auf, der an ein Gemisch aus Pfirsichen, Marillen, Erdbeeren und Himbeeren erinnert. Die gelben Passionsfrüchte sind etwas größer als ihre roten oder purpurfarbenen Verwandten und weisen einen deutlich säuerlicheren Geschmack auf.

MARACUJÁ stammen möglicherweise aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, jedenfalls aus den tropischen Gebieten Mittel- oder Südamerikas, wenn auch ihre genauere Herkunft unbekannt ist.

Der Name MARACUJÁ oder maracujá kommt aus dem Portugiesischen. Ganz ursprünglich stammt die Bezeichnung aber aus der inzwischen toten Sprache Tupí der Ureinwohner Südamerikas. MARACUJÁ bedeutet soviel wie Nahrung aus der Schale. In Südamerika wurde die MARACUJÁ in der einheimischen Volksmedizin übrigens als Beruhigungsmittel benutzt und die Spanier, die die MARACUJÁ nach Europa brachten, benutzten die Blätter sogar als Schlafmittel.

Schon 1867 wiesen Wissenschaftler auf die Bedeutung der MARACUJÁ hin: „Die Passionsblume ist eine wertvolle Nervenmedizin. Sehr bald beginnst du dich zu entspannen, die Kleinigkeiten ärgern dich nicht mehr so sehr und du befindest dich wohl…“

Kurze Zeit  vor dem Schlafengehen eine oder zwei MARACUJÁS gegessen, stellt sich schon bald eine gewisse Müdigkeit ein. Genauso ist es aber möglich, aus frischen MARACUJÁ-Blättern einen Tee zu bereiten, denn die Blätter enthalten die gleichen Stoffe wie die Frucht, die das Einschafen verbessern.

Sie fördert das Ein- und Durchschlafen ohne die üblichen Nebenwirkungen der synthetischen Schlafmittel wie etwa Suchtgefahr (sie macht also nicht abhängig). Man wacht ausgeruht und erfrischt auf. Keine Morgenmüdigkeit, wie man es von den Mitteln der chemischen Industrie her kennt.

Es wurde festgestellt, das die Passionsblumengewächse Therapeutika-Eigenschaften besitzen. Es werden die enthaltenen Alkaloide und Flavonoide  in der Phytotherapie verwendet, um Schmerzen, Schlaflosigkeit, Angstzustände, und Nervosität zu behandeln.

Die Blätter werden in der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Passiflora edulis und seine verwandten Arten werden auch verwendet, um Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe zu behandeln und als Aphrodisiakum und Hustensaft.

Ihren Namen bekamen die Passionsblumengewächse übrigens von Jesuiten des 17. Jahrhunderts, die in der Pflanze Symbole für die Leiden Christis erkannten und sie daher Leidensblume (passio flora) nannten. Sie sahen in den dreigespitzten Blättern Lanzen, in den Ranken Geißeln, in den Blumengriffeln Nägel, in der Narbe einen Schwamm, in den Blütenbodenfäden eine Dornenkrone und in der Zentralsäule der Blüte einen Pfahl.